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Performance Max Brand Exclusions: Brand-Traffic kontrollieren, ohne Wachstum abzuwürgen

Von Swantje Wank · 9. Oktober 2026 · 12 Minuten Lesezeit

Performance Max meldet einen starken ROAS – aber ein großer Teil der Conversions kommt über Menschen, die deine Marke ohnehin gesucht hätten. Das kann gute Neukundenleistung verdecken. Brand Exclusions geben dir mehr Kontrolle. Sie sind aber kein pauschaler „Brand aus“-Schalter für jedes Inventar und sollten nicht mit negativen Keywords verwechselt werden.

Was Brand Exclusions in Performance Max leisten

Brand Exclusions verhindern, dass eine Performance-Max-Kampagne auf Suchanfragen zu ausgewählten Marken ausgeliefert wird. Das kann die eigene Marke, Wettbewerber oder eine andere klar definierte Brand sein. Google berücksichtigt dabei nicht nur den exakten Namen, sondern auch häufige Schreibvarianten und zugehörige Untermarken.

Genau deshalb sind Brandlisten für Markenbegriffe präziser als eine selbst gebaute Liste negativer Keywords. Eine Marke ist keine einzelne Zeichenfolge. Sie umfasst Schreibweisen, Produkte und Entitäten, die Google als zusammengehörig versteht.

Brand Exclusions trennen Nachfrage, die schon nach dir sucht, von Nachfrage, die deine Kampagne erst gewinnen muss.

Wo die Ausschlüsse tatsächlich greifen

Bei Performance Max gelten Brand Exclusions laut Google für Search, Shopping und die YouTube-Suche. Sie sind damit keine vollständige Ausschlusslogik für jedes PMax-Inventar. Display-, Discover- oder andere YouTube-Ausspielungen werden nicht plötzlich unterbunden, nur weil eine Marke in der Liste steht.

Für Händler gibt es außerdem eine wichtige Ausnahme: Shopping-Anzeigen können auf Wunsch weiterhin bei Suchanfragen mit ausgeschlossenen Marken erscheinen. Das ist relevant, wenn du deine Brand in Textanzeigen bewusst separat steuerst, Produktanzeigen für konkrete Markenprodukte aber weiter zulassen willst.

Wann die eigene Marke ausgeschlossen werden sollte

Eine Brand Exclusion für die eigene Marke ist sinnvoll, wenn du Brand-Traffic bewusst in einer separaten Search-Kampagne führst. Dann werden Budget, Anzeigentexte, Sitelinks und Gebote transparent steuerbar. Gleichzeitig siehst du klarer, welchen Anteil Performance Max außerhalb der vorhandenen Markenbekanntheit erzeugt.

Typische Gründe:

Ein Ausschluss ist nicht automatisch richtig, wenn deine Marke häufig mit generischen Begriffen kombiniert wird, Wettbewerber auf sie bieten oder Shopping ein wichtiger Schutz der Produktfläche ist. Dann muss die Kontostruktur zuerst klären, wer diesen Traffic übernimmt.

Wettbewerbermarken nicht reflexartig sperren

Wettbewerbersuchen können wertvoll sein, wenn dein Angebot eine echte Alternative ist und die Landingpage den Vergleich sauber auffängt. Sie können aber auch teuer und wenig passend sein. Prüfe deshalb Suchintention, Conversionrate, Neukundenanteil und tatsächliche Lead- oder Auftragsqualität.

Ein Ausschluss passt, wenn Nutzer eindeutig Support, Login, Retouren oder ein spezifisches Produkt des Wettbewerbers suchen. Er passt weniger, wenn die Suche offen vergleichend ist und dein Angebot eine glaubwürdige Antwort liefert.

Entscheide nicht anhand einzelner teurer Klicks. Baue ein wiederholbares Review aus Suchkategorien, Wert und Volumen.

Brand Exclusions oder negative Keywords?

Die beiden Kontrollen lösen unterschiedliche Aufgaben:

Google empfiehlt ausdrücklich, Marken über Brand Exclusions statt über negative Keywords auszuschließen. Negative Keywords greifen in Performance Max nur auf Search- und Shopping-Inventar und können wertvolle Reichweite blockieren, wenn sie zu breit verwendet werden.

Beispiele für negative Begriffe können „kostenlos“, „Jobs“, „Anleitung“ oder „gebraucht“ sein – aber nur, wenn diese Intentionen für dein konkretes Geschäftsmodell wirklich irrelevant sind. Wie du Suchbegriffe systematisch bewertest, zeige ich im Beitrag Negative Keywords für bessere Leads.

Account- oder Kampagnenebene richtig wählen

Negative Keywords auf Kontoebene gelten übergreifend für Search- und Shopping-Inventar – inklusive Performance Max. Das eignet sich für Begriffe, die für das gesamte Unternehmen unpassend sind. Kampagnenbezogene negative Keywords sind sinnvoll, wenn die Irrelevanz nur für eine bestimmte PMax-Kampagne gilt.

Brand Exclusions werden kampagnenbezogen über Brandlisten angewendet. Dokumentiere deshalb, welche Kampagne welche Liste verwendet. Eine Brandliste mit dem Namen „Ausschluss 1“ hilft drei Monate später niemandem. Besser: Brand – eigene Marke – PMax Nonbrand.

Brandliste sauber aufbauen

Lege nicht einfach jeden Begriff an, der wie eine Marke aussieht. Prüfe:

  1. Welche eigene Hauptmarke und Untermarken gehören zusammen?
  2. Welche Produktmarken werden von dir verkauft, aber nicht besessen?
  3. Welche Wettbewerber sollen vollständig ausgeschlossen werden?
  4. Welche generischen Begriffe könnten fälschlich als Marke verstanden werden?
  5. Soll Shopping für ausgeschlossene Marken weiterlaufen?

Wenn eine gewünschte Marke nicht vorhanden ist, lässt sie sich zur Brandbibliothek hinzufügen beziehungsweise zur Prüfung anfragen. Plane Zeit ein und kontrolliere nach Freigabe, ob wirklich die korrekte Entität gewählt wurde.

Die Shopping-Ausnahme ist keine Nebensache

Das Kontrollkästchen „Shopping-Anzeigen bei Suchanfragen mit ausgeschlossenen Marken zulassen“ verändert die Strategie deutlich. Aktivierst du es, hältst du Text- und andere relevante Ausspielungen aus Brand-Suchen heraus, lässt Produktanzeigen aber zu.

Das kann sinnvoll sein, wenn:

Es kann falsch sein, wenn dein Ziel eine vollständig bereinigte Non-Brand-Messung ist. Dokumentiere die Entscheidung im Reporting, damit niemand „Brand ausgeschlossen“ mit „kein Brand-Traffic möglich“ verwechselt.

Vorher-Nachher ohne falschen Vergleich

Nach einem Brand-Ausschluss können ROAS und Conversionrate sinken. Das ist nicht automatisch ein Performanceverlust. Vielleicht entfernst du gerade den einfachsten Traffic aus der Kampagne und misst erstmals echte Akquisition.

Bewerte mindestens:

Die Kampagne braucht nach der strukturellen Änderung Zeit. Vergleiche nicht drei Tage vor und nach dem Ausschluss und nenne das einen Test.

Brand-Kannibalisierung sauber testen

Wenn das Volumen reicht, ist ein Kampagnenexperiment oder ein kontrollierter Zeitvergleich besser als Bauchgefühl. Definiere vorab, welche Frage du beantworten willst: Erzeugt PMax zusätzlichen Umsatz? Verschiebt sich Brand-Traffic nur in die Search-Kampagne? Bleibt der Gesamtumsatz stabil, obwohl PMax weniger Conversions meldet?

Bewerte dabei das ganze Konto, nicht nur die betroffene Kampagne. Eine Verschiebung kann auf Kampagnenebene schlechter aussehen und geschäftlich trotzdem transparenter sein.

Search Themes bleiben Signale, keine Keywords

Brand Exclusions bestimmen, wo PMax nicht erscheinen soll. Search Themes geben Hinweise, welche Suchintentionen relevant sein können. Beides darf nicht vermischt werden. Der Beitrag Performance Max Suchthemen richtig nutzen zeigt, wie du Themen aus Kundenintention und Asset-Gruppen ableitest.

Reporting auf tatsächlichen Zusatznutzen ausrichten

Ein sauberer Brand-Split verbessert die Interpretation, beweist aber noch keine Inkrementalität. Auch Non-Brand-Conversions können durch andere Kanäle vorbereitet worden sein. Genau hier setzt der neue Beitrag zur Incremental Attribution in Meta Ads an: Er erklärt den Unterschied zwischen zugerechneten und tatsächlich zusätzlichen Ergebnissen.

Offizielle Grundlage

Google erklärt Einsatz und Reichweite in der Hilfe zu Brand Exclusions. Die konkrete Einrichtung inklusive Shopping-Ausnahme steht unter Markenausschlüsse anwenden. Kampagnen- und Kontrollebene beschreibt Google im Leitfaden zu negativen Keywords in Performance Max.

Mein Fazit

Brand Exclusions machen Performance Max nicht automatisch besser. Sie machen die Aufgabe der Kampagne klarer. Trenne eigene Brand, Wettbewerber und irrelevante Begriffe bewusst, entscheide explizit über Shopping und bewerte anschließend das gesamte Konto. Wenn der ROAS sinkt, kann das weniger Schönfärberei und mehr echte Akquisition bedeuten.

Lass uns deine PMax-Struktur sauber trennen ↗